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Auch mein Auslandseinsatz und die damit verbundene räumliche Trennung  konnten meine Tochter und mich am 12. und 13.Mai nicht davon abhalten an diversen Laufbewerben teilzunehmen. Sowohl Wetter als auch Streckenprofil konnten unterschiedlicher nicht sein. Während Anna bei 32° und schwülem Wetter den Magdalensberg bezwang, galt es für mich bei 11° und scharfen Wind den Halbmarathon in Prishtina zu absolvieren.

Magdalensberglauf:Obwohl Papa im KOSOVO ist und mich nicht unterstützen konnte, freute ich mich auf meinen ersten Berglauf in dieser Saison, da unsere gute Bekannte, Heidi SEMMLER, zusagte mit mir zu laufen. Doch am Freitag der große Schock: Heidi konnte nicht. Nach großem Kriegsrat mit meinem Papa entschloss ich mich alleine zu starten. Dementsprechend unsicher und nervös war ich dann auch. Am Samstag brach ich dann mit Oma und Opa zum Herzogstuhl auf. Bei der Anmeldung legte sich die Aufregung etwas, da mich sehr viele Bekannte freundlich begrüßten, und als ich vorm Start noch interviewt wurde war ich einigermaßen ruhig. Schon am Start war allen klar, dass es nicht leicht werden würde, da es heiß und schwül war. Dementsprechend war es dann auch. Zwar konnte ich mich immer in Gesellschaft anderer halten und vom Ende des Feldes wegbleiben, doch hatte ich einige Male Schwierigkeiten Luft zu bekommen. Aber das Rennen verlief nicht so schlecht. Die Labestationen brachten ein wenig Abkühlung. Im Ziel angekommen war ich zuerst nicht ganz zufrieden, da ich langsamer als voriges Jahr war. Doch als ich merkte, dass die anderen im Schnitt fünf Minuten auf das vorige Jahr einbüßten, war ich mit meinen zwei Minuten wieder sehr zufrieden. Bei der Siegerehrung wurde ich von allen überschwänglich gelobt und erhielt wieder schöne Preise. Das Buffet im Ziel war wiedermal vom Feinsten. Ganz positiv fiel den anderen unsere neue Vereinsdress auf, dafür dem Vorstand ein Danke. Alles in allem wieder eine schöne und lehrreiche Erfahrung.

PRISHTINA – Halbmarathon:Nachdem ich ja gerade meinen Dienst im KOSOVO versehe, entschloss ich mich die Chance zu nützen und beim Halbmarathon in der hiesigen Hauptstadt teilzunehmen. Ich hatte schon viel über diesen Bewerb gehört, nicht nur das Beste. Gleich vor weg, es ist vieles wahr. Schon das Internetstreckenstudium offenbarte die Tücken der Streckenführung. Insgesamt galt es 129 Höhenmeter bergauf zu bewältigen. Des Weiteren war klar, dass die Streckenführung vorbei am kohlebetriebenen Heizkraftwerk, die an sich schon schlechte Luftqualität, nicht verbessern würde. Auch die enorme Hitze während der ganzen Woche mit 33° sprach nicht für uns. So stellte ich mich auf ein hartes Rennen ein. Und es kam wie es kommen musste, es wurde alles noch schlimmer. Als ich in kurzer Hose und kurzem Leibchen in PRISHTINA ausstieg, gefror mir fast das Blut in den Adern. Nicht aber vor lauter Angst sondern zwecks der 9° und dem Wind mit bis zu 50km/h. So wurde die Zeit zum Aufwärmen verkürzt und durch einen heißen Tee in einem Lokal ersetzt. Am Start hatte es dann 11°, deswegen startete ich auch in Kurz, um nicht zu überhitzen. Hätte allerdings auch nichts anderes dabeigehabt. Die ersten sieben Kilometer gingen hurtig vorbei und ich fand einen guten Rhythmus. Bei Kilometer sieben folgte dann eine 90° Wende hinaus aus der Stadt. Und nun war er da, der Gegenwind und er sollte bis zum Ende, egal in welche Richtung wir liefen, ein ständiger Begleiter bleiben. Bei Kilometer 10 und der nächsten 90° Kurve, nach der der Wind noch immer da war, nahm ich es nur noch mit Humor und versuchte das Beste. Stellte dann aber auch fest, das bergauf laufen mit Gegenwind auch einen hohen Genuss Wert hat. Angenehm war das wirklich viele Nationen vertreten waren. So erkannte eine Läuferin aus Deutschland bei Kilometer acht, das in meinen Windschatten das Leben um einiges angenehmer ist. Dies nutze sie dann auch bis Kilometer 18 aus. So spulten wir halt unsere Kilometer herunter und mit 1:40:42 min war ich dann auch sehr zufrieden im Ziel. Als 57. von 388 Läufern brauchte ich mich auch nicht verstecken. Und nach einigen PEJA (heimisches Bier) war wieder alles in Ordnung. Auffiel, das ich im Ziel ein kohlrabenschwarzes Gesicht hatte, das von der Luft beim Kraftwerk, das wir umrundeten, kam. Das war sicher auch für unsere Lungen äußerst gesund. Trotzdem war es eine schöne Erfahrung, die ich auch beim nächsten Mal wieder in Angriff nehmen werde.

Aktualisiert (Samstag, 19. Mai 2012 um 05:32 Uhr)